Kann Naturheilkunde hier helfen?


Ärztliche Naturheilkunde allein vermag diese Kluft nicht zu schließen. Zwar kann damit Erkrankungen vorgebeugt werden oder die Heilung unterstützt werden aber im Ernstfall sind die klassischen Naturheilverfahren nicht zur  Therapie ausreichend.


Trotzdem haben Sie sich vor 17 Jahren entschieden der reinen Schulmedizin den Rücken zu kehren und suchten nach Alternativen. Haben Sie etwas gefunden Was hilft?

Ja, Allgemeinbehandlungsmethoden der alten Medizin, ausleitende und umstimmende Verfahren auf der Grundlage von Konstitutionstherapie. In der Hand des geschulten Arztes können Ausleitungsverfahren der alten Medizin  echte Alternativen zur Medikamentengabe oder Operation sein und Erkrankungen im Akutstadium ebenso wirksam und langfristig nebenwirkungsärmer als medikamentöse Dauertherapie sein. Diese Verfahren sind jedoch nicht sanft.  


Wie meinen Sie das?


Wir haben vergessen woher die Medizin kommt, Was ihre Wurzeln sind. Die alten Lehren wurden vor etwa 150 Jahren für veraltet erklärt und verlacht. Das war meiner Meinung nach ziemlich arrogant und voreilig und ist eine Ursache für die bereits erwähnte Stase in der gegenwärtigen eher einseitigen Medizin.


Was sind die alten Lehren der hippokratischen Medizin?


Nach Hippokrates gibt es nur drei Ursachen für Erkrankungen:



Klassische Füllestörungen wie Adipositas, Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Fibromyalgie usw. Die alle ihre Ursache in mangelhafter Entleerung haben konnten mit Methoden der alten Medizin viel wirksamer behandelt werden oder kamen praktisch so gut wie gar nicht vor.


Bei welchen Erkrankungen half die alte Medizin nicht?

Ganz klar bei Erkrankungen, die durch äußere Gewalt entstanden, Kriegsverletzungen z.B. Oder Erkrankungen durch Über- oder Fehlbelastungen und Mangelernährung. Aber auch bei Infektionskrankheiten verursacht durch äußere Einflüsse, mangelhafte Hygiene, verseuchtes Wasser, die ideale Wachstumsbedingungen für Bakterien darstellten. Hier waren die alten Therapiemethoden fast vollständig wirkungslos und hier brachten die modernen Methoden der Chirurgie,Anästhesie, Mikrobiologie usw. Den entscheidenden Durchbruch.


Aber Sie sagen, es war ein Fehler deshalb auf die alten Therapiemethoden Komplet zu verzichten?


Ja, absolut. Während damals die Heilmethoden auf Entleerung zielten kämpfte man eher mit den Folgen von Hunger und Auszehrung. Dafür verzichten wir heute im Zeitalter des Überflusses Komplet auf Ausleitung. Seit etwa 60 Jahren in der 20 000 Jährigen Entwicklung des Menschen gibt es ein Zuviel an Nahrungsmitteln und das sind auch noch überwiegend Roborantiem also Stärkungsmittel, die Füllestörungen nur noch verschlimmern.


Was sind Roborantien?

Roborantien waren bis vor etwa 150 Jahren überlebenswichtig besonders für Kleinkinder und Mangelware. Energiereichste Lebensmittel wie weißes Brot, Butter, fetter Käse, Zucker usw. waren die klassischen Stärkungsmittel und so kostbar wie Gold. Daher rührt auch noch der Name "gute Butter" die in der Tat oft lebensrettend für die Kleinen und Kranken war.

Aber wie ein alter Lehrsatz des Hippokrates besagt:

Eure Nahrungsmittel Seien Eure Heilmittel" ist ein Roborans bei einer Füllestörungen kontraindiziert und hat die gleichen verheerenden Auswirkungen als gäbe man einem Patienten mit Bluthochdruck ein blutdruckerhôhendes Medikament und das auch noch mehrmals täglich.


Was soll man tun?

Wir müssen uns wieder mit den alten Lehren der Konstitutionstherapie befassen, Spreu von Weizen trennen und alt Ausleitungsmethoden auf den wissenschaftlichen Prüfstand stellen.


Welche Ausleitungsmethoden sind das?

Kommt drauf an. Zuerst muss der Konstitutionstyp des Patienten festgestellt werden. Bei einer Füllestörung von Blut des Sanguinikers sind Aderlass, blutiges Schröpfen und Blutegel indiziert. Der Phlegmatiker braucht eine Schleimausleitung durch Purgation nach oben, d.h. Induziertes Erbrechen, der Choleriker mit Stau von sogenannter Gelbgalle wird durch Purgation nach unten also Darmreinigung entlastet und der Melancholiker entledigt sich seiner Überschüssigen Schwarzgalle durch Blutentlastung.


Ist die Einteilung der Konstitutionstypen so einfach?

Leider nein, Zwischentypen und Überlappungen, sthenische oder Asthenische Konstitution, die entgegengesetzte Therapien benötigen und Fülle- und Leerestörungen stellen eine hohe Anforderung an die diagnostischen Fähigkeiten des Therapeuten. Das ist Jahrtausende altes Wissen der hippokratisch tätigen Ärzte und setzt eine umfangreiche Erfahrung voraus. Leider ist der Konstitutionstyp nicht oder noch nicht mit einer Laboruntersuchung oder Bildgebung feststellbar. Hier stehen wir vor der größten Herausforderung in der zukünftigen Medizin. Aber diese Aufgabe ist nicht unlösbar.


Was ist Ihre Erfahrung mit alten Therapiemethoden und Konstitutionstherapie?

Ich habe in meinem Leben nie etwas spannenderes getan als konstitutionstherapeutisch gearbeitet. aus 20 Jahren ärztlicher Tätigkeit mit 15000 Einsätzen in der Notfallmedizin ist die Integration der alten Verfahren in die Akuttherapie unglaublich erfolgreich. Ich habe unzählige Beispiele für den erfolgreichen Einsatz von alten Therapieverfahren und werde darauf nie wieder verzichten können. Erst der Zusammenschluss der alten und neuen Medizin wird wieder entscheidende Verbesserungen in der medizinischen Versorgung geben.


Wem können Sie besonders gut helfen, haben Sie sich auf etwas spezialisiert?

Ja, auf alle Formen von Füllestörungen, sogenannte plethorische Erkrankungen wie Übergewicht, Bluthochdruck, Vorhofflimmern, Verdauungsstörungen und Schmerzen, um nur einige zu nennen.


Kann man das was Sie in den letzten Jahren an Wissen angeeignet haben lernen oder Sie unterstützen?

Ja gern, ich bin an jeder Form von Zusammenarbeit mit Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten interessiert, kann aber auch gut die Mitarbeit von Patienten bei der Erstellung von Fragebögen brauchen und natürlich jede Form von finanzieller Unterstützung, sowie Ideellen Rückenwind von Sympatisanten, Optimisten und Visionären.


Das NEUE braucht Freunde!



Unsere gegenwärtige Medizin steckt in einer Krise. Trotz modernster Technik und enormen Forschungsaufwand steigt die Zahl der Erkrankung stetig. Am Patient wird vorbei therapiert oder besser gesagt repariert. Durch Spezialisierung wird immer tiefer ins Detail gegangen aber es werden die Befunde nicht wieder zu einem einheitlichem Ganzen biologisch sinnvollen zusammengefügt.

Neue Ausblicke für die Medizin ein Interview mit Frau Dr. med. Anke Görgner